VDEM

 

Die Presse

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Gründung des Verbands Demokratisch-Europäischer Muslime VDEM

Der erste Verband Demokratisch-Europäischer Muslime (VDEM) wurde am 04.05.2010 gegründet.

Mit Unterstützung des Aachener Oberbürgermeisters, Marcel Philipp, fand die Gründungsversammlung im historischen Haus Löwenstein statt.

„Ich begrüße es sehr“, so Philipp, „dass der Verband eine Plattform schaffen will für die zahlreichen Muslime, für die der Islam und die in Europa vorherrschende Werteordnung keine Gegensätze sind.“

Gegründet wurde VDEM von Muslimen aus Deutschland, die ihrerseits aus unterschiedlichen Glaubensrichtungen stammen und auch verschiedenen demokratischen Parteien angehören.

Gewählt wurden u. a.: Dipl.-Ing. Eyüp Özgün (Präsident), PD Dr. Reza Hajatpour (Stellvertreter), Dr. Ismail Altintas (Stellvertreter), Dipl.-Ing. Özgür Kiratli (Schatzmeister), Harald Dieter Hadi Schmidt-El Khaldi (Generalsekretär).

„Der VDEM soll die gesellschaftspolitischen und religiösen Interessen von demokratischen Muslimen vertreten, die ein weltoffenes und liberales Verständnis von der Religion des Islams haben“ betont Dipl.-Ing. Eyüp Özgün, der Präsident des VDEM.

„Die Bekennung zur freiheitlich-demokratischen und den Menschenrechten verpflichteten Gesellschaft sowie die Achtung und der Respekt gegenüber Andersgläubigen und -denkenden sind in der Präambel des VDEM manifestiert“.

„Meine Aufgabe als Stellvertreter und Intellektueller sehe ich darin, die säkularen Muslime in ihrer europäischen Heimat bei der Verwirklichung ihrer humanistischen, emanzipatorischen und freiheitlichen Ziele zu begleiten und sie in ihrem Ziel, sich gegen jegliche verfassungsfeindlichen, rassistischen, dogmatischen, fundamentalistischen und extremistischen Bestrebungen zu stellen, zu unterstützen“ bekräftigt Dr. Reza Hajatpour (Stellvertreter des Verbandspräsidenten).

Der Generalsekretär Herr Schmidt-El Khaldi erklärt: „Es wird Zeit, dass in das Bewusstsein der Muslime in der Gesamtheit auch Ansichten Eingang finden, die nicht nur einzig auf Traditionen, sondern genauso auf modernen Erkenntnissen fußen.“

Als nächstes wird der Verband eine Grundsatzkommission bilden, in der Experten und Kompetenzträger theologische, gesellschaftliche und politische Fragestellungen zum Islam analysieren und ausarbeiten werden.

Der VDEM erklärt sich bereit an der Islamkonferenz teilzunehmen, falls der Ruf aus Berlin käme.

Postadresse:

Schleswigstr. 15, 52068 Aachen

Mehr Informationen demnächst unter:  www.vdem.eu

Kontakt Verband Demokratisch-Europäischer Muslime VDEM

mail

Verband Demokratisch-Europäischer Muslime (VDEM)

Schleswigstr. 15, 52068 Aachen

E-Mail: info@vdem.eu 

Präambel Verband Demokratisch-Europäischer Muslime (VDEM)

1.Wir glauben an den einen Gott -ALLAH- und, dass Muhammed sein Diener und Gesandter ist.

2.Der Koran ist für uns das Buch der Orientierung. Er bestätigt die vorherigen göttlichen Offenbarungen, bewahrt und pflegt sie.

3.Gottes grundlegende Gebote waren und sind für alle Zeiten dieselben, sie ändern sich nicht. Das was sich ändert sind die konkreten Ausführungen. Abhängig von den raum- zeitlichen und sozio-kulturellen Umstände müssen diese Gebote unterschiedlich angewendet werden, damit deren originärer Sinn und Zweck tatsächlich erfüllt werden kann.

4.Der Islam war zur Zeit seiner Bekanntmachung eine fortschrittliche und sozial gerechte Religion, er war auf der Höhe der damals bekannten Wissenschaft. Als eine wahre göttliche Religion ist er zu den Erkenntnissen der Wissenschaft offen. Mit ihm kann sich eine Gesellschaft sich zu einer weltoffenen, auf Solidarität und Subsidiarität basierenden, sozial gerechten, nicht rentiersorientierten und wahrhaft menschlichen Community entwickeln.

5.Eine erfolgreiche Vermittlung göttlicher Offenbarungen erfordert eine Sprache, die von der Bevölkerung ganz verstanden wird und den Bezug auf die damals gültigen gesellschaftlichen Verhältnisse und Werte. Um den Islam richtig verstehen zu können, ist es unbedingt notwendig zu wissen welche grundlegenden gesellschaftlichen Verhältnisse und Werte schon vor und während der Offenbarung des Korans gültig waren.

6.Unser Prophet Muhammed hatte wie die Propheten vor ihm seinen Auftrag direkt von ALLAH erhalten und war deswegen nur IHM verantwortlich. Unser Prophet Muhammed ist der Siegel der Propheten, nach Ihm kann kein Mensch einen solchen Auftrag beanspruchen und deswegen im Namen ALLAH´s weder sprechen noch handeln. Dies gilt natürlich auch für Könige, Präsidenten, Imame, Muftis und Mullahs u.a..

7.Eine freie und nur ALLAH gegenüber verantwortliche Religionsausübung ist nur in einer freiheitlich-pluralistischen und den Menschenrechten verpflichteten Gesellschaft möglich. Jedwede Diktatur, Oligarchie oder andere totalitäre Herrschaftssysteme, die nur eine bestimmte Religion, eine bestimmte Interpretation einer Religion zulassen oder eine bestimmte Art der Religionsausübung vorschreiben werden abgelehnt.

8.In der Interpretation der göttlichen Gebote und deren Ausführungen gibt es naturgemäß viele unterschiedliche Möglichkeiten. Dies führt zu einer facettenreichen Gestaltung und ermöglicht eine Prosperität im Islam. Eine Religionsauslegung, die nur eine einzige Wahrheit zulässt und diese mit psychischer oder physischer Gewalt durchsetzen versucht, widerspricht dem positiven Geist des Islams grundsätzlich.

9.Eine Prosperität des Islam und der Gesellschaft kann nur in einem freiheitlich-demokratischen und pluralistischem System geben. Achtung und Respekt gegenüber Andersgläubigen und -denkenden sind eine Notwendigkeit in einer offenen und pluralistischen Gesellschaft.

10.Der VDEM ist bestrebt seinen Mitgliedern bei ihren Bemühungen um eine persönliche, nur ALLAH gegenüber verantwortliche Religionsausübung möglichst behilflich zu sein.

Plädoyer für den Verband Demokratisch-Europäischer Muslime (VDEM)

Ein Großteil der Probleme der Muslime und der muslimischen Länder ist darauf zurückzuführen, dass die ursprünglich fortschrittlichen Regeln des Islams eingefroren wurden und dadurch nicht mehr den sich ändernden gesellschaftlichen Realitäten gerecht werden können. Eine wahre Religion kann sich auch nicht erlauben in Widerspruch zu den Erkenntnissen der Wissenschaft zu sein.

Der Islam war zur Zeit seiner Bekanntmachung eine fortschrittliche und sozial gerechte Religion, er war auf der Höhe den damals bekannten Wissenschaften.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Vermittlung göttlicher Offenbarungen sind sowohl die Verwendung der Sprache, von Beispielen und von Gleichnissen, die von der Bevölkerung ganz verstanden wird, als auch der Bezug auf die damals gültigen gesellschaftlichen Verhältnisse und Werte. Diesem Umstand wird im Koran Rechnung getragen. Um die Werte des Islams verstehen und richtig einordnen zu können, muss man sich mit den sozio-kulturellen Verhältnissen und Werten befassen, die bereits vor und während der Offenbarung des Korans gültig waren.
Der Prophet Muhammed SA und der Koran sind eine Bestätigung für die vorherigen Propheten und heiligen Bücher. So heißt es im Koran in Sure 5, Vers 48: „Dir (Muhammed) haben Wir das Buch (den Koran) mit der Wahrheit geschickt. Es bestätigt die davor offenbarten Schriften und bewahrt sie“. Aus diesem Vers geht hervor, dass die göttlichen Gebote fortwährend dieselben geblieben sind und dass sie sich nie geändert haben. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Regelungen, die durch die verschiedenen Propheten verändert oder neu eingeführt worden sind, lediglich lokal, zeitlich und sozio-kulturell angepasste Anwendungen der göttlichen Gebote sind. Deswegen haben auch die vom Propheten Muhammed SA verkündeten und im Koran erwähnten einzelnen Regelungen sowohl einen geographischen, als auch und einen sozio-kulturellen Bezug.

Folgerichtig sind sowohl der Koran als auch die praktischen Ausführungen im Islam nur mit einem raum-zeitlichen und sozio-kulturellen Bezug vernünftig darstellbar!!!

In diesem Sinne sollte der Koran als ein Beispiel verstanden werden, wie man unter veränderten Bedingungen vernünftige, gerechte und dem Wohle des Menschen dienliche Regelungen finden kann.

Hier zwei Beispiele für den raum-zeitlichen und sozio-kulturellen Bezug:
1. Ein Beispiel für den geographischen Bezug ist die konkrete Regelung des Fastens

In Sure 2, Vers 187 heißt es* u. a.: „esst und trinkt, bis ihr das Licht der Morgendämmerung wahrnehmt und einen weißen Faden vom schwarzen unterscheidet! Von da an habt ihr bis zum Sonnenuntergang zu fasten“.

Diese ist eine sehr praktische Regelung, da es in der Region der Verkündung (in Saudi-Arabien) so gut wie keine Wolken gibt, der Tag und die Nacht gut von einander zu unterscheiden sind und diese eine nicht übermäßige Länge haben. Die Praktibilität dieser Regelung nimmt allerdings immer mehr ab, je näher sich der Ort, in dem man lebt, zu den Erdpolen befindet. Schließlich wird sie überhaupt nicht anwendbar.

2. Ein Beispiel für den sozio-kulturellen Bezug ist das Kopftuch

In Sure 24, Vers 31 heißt es*: "Und sag den gläubigen Frauen, sie sollen (statt jemanden anzustarren, lieber) ihre Augen niederschlagen und sie sollen darauf achten, dass ihre Scham bedeckt ist (d.h. sie sollen ihre Scham bewahren). Sure 33, Vers 59 lautet*: "Prophet! Sage Deinen Gattinnen und Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen (wenn sie aus dem Haus treten) sich etwas von ihrem Gewand (über den Kopf) herunter ziehen. So ist am ehesten gewährleistet, dass sie (als ehrbare Frauen) erkannt und daraufhin nicht belästigt werden..."
Es ist offensichtlich ein Bekleidungskodex (eine Mode) bereits vorhanden. In dem o. g. Koranvers wird darauf Bezug genommen und diesbezüglich eine Empfehlung gegeben. Es wird hiermit kein neues Bekleidungskodex eingeführt. Deswegen kann man daraus auf keinen Fall eine religiöse Pflicht zur Verschleierung ableiten.

Resümee

Der Islam ist eine vernunftorientierte Religion. Er möchte nicht, dass die Menschen unnötig eingeengt oder sinnlose Handlungen vollführen.
Als Muslime müssen wir mit Christen u. a. Religionsangehörigen langfristig friedlich und in einer vertrauensvollen Atmosphäre zusammen leben. Dies kann nur gelingen, wenn wir unsere Glaubensvorstellung von alten überkommenen Verkrustungen befreien.

Hierbei kommt es aber insbesondere auf diejenigen an, die in der Lage sind selbständig zu denken und zu handeln.

Das wichtigste Ziel des VDEM ist gem. §2.1 der Satzung :

Die Förderung eines Islamverständnisses, das einerseits die freiheitlich demokratische Gesellschaftsordnung als Grundlage eines friedlichen Zusammenlebens aller Menschen voraussetzt und andererseits zu wissenschaftlichen Erkenntnissen offen ist. Der Islam mit diesem Verständnis und den in der Präambel erwähnten Grundsätzen wird im Folgenden als Euro-Islam bezeichnet.
Der VDEM ist bestrebt seinen Mitgliedern bei ihren Bemühungen um eine persönliche, nur ALLAH gegenüber verantwortliche Religionsausübung behilflich zu sein.

  • Jede/r Muslim/a, die/der sich für einen modernen, sozial gerechten, mit der Wissenschaft konformenund vernunft-orientierten
    Islam einsetzen möchte, ist herzlich eingeladen mit zu wirken.
  • Alle Muslime zusammen, unabhängig davon, ob der/die einzelne einen sunnitischen, schiitischen oder alevitischen Hintergrund hat,
    sind eingeladen einen Islam zu etablieren, der sich mit den Fragestellungen unserer Zeit beschäftigt und nicht
    versucht auswendig gelerntes blind anzuwenden.

Kontakt und weitere Infos:
Schleswigstr. 15, 52068 Aachen,
E-Mail: info@vdem.eu 

* Übersetzung nach Paret